Cabrera Nationalpark im Mallorca-Lexikon

Die der Südspitze Mallorcas vorgelagerte Inselgruppe wurde nach einer langen, bewegten Geschichte 1991 von der spanischen Regierung zum ersten maritimen Nationalpark erklärt. Der strenge Naturschutz bezieht sich nicht nur auf die 18 kleinen Inseln um die 17 Quadratkilometer große Insel Cabrera herum sondern auch auf das umliegende Meer, in dem Delfine und Wasserschildkröten leben. Auch die Unterwasserwelt ist mit ihren Korallenbänken einzigartig. Die Inseln haben eine außergewöhnliche Flora und Fauna- jahrhundertelang waren sie unbewohnt und so konnte sich die Tierwelt außergewöhnlich gut entwickeln. Es gibt zehn unterschiedliche Eidechsen- und Salamanderarten, die keine natürlichen Feinde haben, da auf Cabrera wenig Raubtiere oder Ratten heimisch sind. An den Steilküsten nisten viele verschiedene Vögel, zum Beispiel der seltene Fischadler und der Wanderfalke. Schon die Römer hatten auf Cabrera einen Beobachtungsposten. Im 14.Jahrhundert wurde zum Schutz vor den Piratenüberfällen die Burg über der Hafenlagune gebaut. 1809 wurden hier 8000 französische Gefangene ausgesetzt, von denen mehr als die Hälfte starb. Die letzten Besiedler, die Familie Feliu, wurden im Ersten Weltkrieg von den Militärs enteignet. Bis in die 80er Jahre diente Cabrera als militärisches Übungsgebiet. Eidechsen krochen zwischen Granaten und Bomben hin und her, der Lebensraum der Tiere wurde empfindlich gestört. Die GOB blockierte schließlich mit Schlauchbooten militärische Manöver und rief zu Großdemonstrationen auf. Auf eigene Faust darf man die Insel nicht durchwandern aber von Colònia de Sant Jordi werden Ausflugstouren organisiert. Meistens kann man dann das alte Kastell besuchen und die Cova Azul, eine nur vom Meer aus zugänglichen Höhle.


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