Campanet im Mallorca-Lexikon

Campanet liegt etwa 10 Kilometer nördlich von der Stadt Inca entfernt. Das alte Landstädtchen mit einer Pfarrkirche aus dem 18. Jahrhundert und einem Rathaus aus dem 16. Jahrhundert liegt in einer geologisch sehr interessanten Region. Nach starkem Regen sprudelt das Wasser manchmal aus Erdöffnungen oder ergießt sich sturzbachartig durch den Olivenhain des Plá deTel talabwärts. Früher gab es viele Mythen und Legenden, die sich um dieses Phänomen rankten. Die wissenschaftliche Erklärung liefert der poröse Kalkstein im Boden, der dazu führt, dass das Wasser durch unterirdische Kanäle fließt. Zwei Kilometer nördlich von Campanet, am Puig de Sant Miquel, liegt mit den Coves de Campanet eine weitere geologische Sehenswürdigkeit - die Tropfsteinhöhlen. Diese sind weniger bekannt als die Höhlen von Portocristo und deshalb auch nicht so überlaufen wie diese. 55 Meter unter der Oberfläche gelegen, wurden sie 1945 von einem Schäfer entdeckt. Man kann in diesen Höhlen eindrucksvolle Stalagmiten und ungewöhnlich schlanke Stalaktiten bestaunen. Diese gehören mit nur 4 mm Durchmesser zu den schlanksten Stalaktiten Europas und sind Ergebnis der kleinen durchsickernden Menge an Wasser. An einigen Stellen, wo sie abgebrochen sind, erkennt man ihren Aufbau sehr gut und sieht, wie das Wasser im Inneren zur Spitze vordringt. Über 1300 Meter erstreckt sich der Hauptgang der Höhlen. Im Gegensatz zu anderen Höhlen an der Ostküste Mallorcas werden die Coves de Campanet nur mit einem schlichten, weißen Licht angestrahlt. Auf der Besichtigungstour durch das unterirdische Höhlensystem wandert man durch die besonders schöne „Höhle der Zuckerbäcker“ und den „romantischen Saal“.


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