Capdepera im Mallorca-Lexikon

Capdepera ist Mallorcas größte Wehr- und Burganlage. Schon von weitem sieht man, wie sie auf dem Hügel thront. Von ihr aus kann man sowohl ins Land schauen als auch den drei Kilometer entfernten Küstenabschnitt gut überwachen. Sie diente bereits den Römern und wurde dann von den Arabern ausgebaut und schließlich von den Christen unter Jaume I zur jetzigen Größe erweitert, mit Festungstürmen versehen und um eine Kapelle ergänzt. Bauern und Fischer sollten das sichere Anwesen beziehen aber die meisten von ihnen ließen sich um die Burg herum, außerhalb der Festungsmauern nieder. Nur wenn Piraten die Stadt überfielen, drängten die Bürger in die Burg. Die große Anlage mit der Casa del Gobernador („Gouverneurshaus“) und der Capella da Esperança kann besichtigt werden. Das Eingangstor „Torre de Sa Boira“ erinnert an eine berühmte Legende der Stadt: Einmal griffen arabische Piraten im Mittelalter die Burg an. Die Bewohner stellten in ihrer Bedrängnis eine Marienstatue auf die Burgmauer. Daraufhin zog dichter Nebel auf und die Piraten liefen in Panik davon. Die berühmte Madonnenstatue ist dann auch zu besichtigen: in der Pfarrkirche Sant Bartomeu am Fuße des Burgbergs. Durch die schmalen Altstadtgassen dringt einmal im Jahr mittelalterliche Musik. Auf der Burg tummeln sich dann zum berühmten Mittelalterfest Feuerschlucker, Ritterfräulein, Weise aus dem Morgenland, Akrobaten und Bäuerinnen. Dort wo früher Piraten an Land gingen, säumen heute Hotels die Hafenbucht: Cala Ratjada war lange Zeit ein Fischerdorf bis es vom Tourismus entdeckt wurde. Im Gegensatz zu vielen andern Orten konnte es sich ein bisschen von seinem alten Charme bewahren, wie man am idyllischen Hafenbecken sieht.


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