Capocorb Vell im Mallorca-Lexikon

Capocorb Vell ist eine prähistorische Siedlung auf Mallorca. Sie ist die größte Megalithanlage, die im westlichen Mittelmeerraum zu finden ist und das älteste Zeugnis menschlicher Behausung auf Mallorca. Sie befindet sich ca. zwölf Kilometer südlich von Llucmajor entfernt in Richtung Cap Blanc, ca. 100 Meter über dem Meeresspiegel. Heute ist von der Siedlung eine Fläche von 7000 Quadratmetern freigelegt und frei zugänglich. Weitere Teile der vorgeschichtlichen Stadt befinden sich noch vergraben unter den anliegenden landwirtschaftlichen Flächen. Ursprünglich war das Areal von einer schützenden Mauer aus zyklopischem Mauerwerk umgeben. Leider wurde nach der Eroberung Mallorcas durch die Christen Baumaterial von Capocorb Vell für profane und sakrale Bauwerke geplündert, auch für die Kathedrale von Palma. So blieben von der Stadtmauer nur noch Reste übrig. Nicht alles, was man sieht, kann man als Laie leicht identifizieren. Relikte runder und quadratischer Talaiots gewähren Einsichten in die Konstruktionsweise der Anlage. Eindrucksvoll überragt der acht Meter hohe Rundturm die Fundamente der Steinhäuser. Auch eine Ringmauer und ein viereckiges Gebäude mit Steinfußboden sind erhalten. Auf Befehl König Jaumes II sollte eine Kapelle die alten Götter bannen, an Stelle von Capocorb Vell sollte eine neue Stadt entstehen. Diese Projekte verwirklichten sich jedoch nicht. Wissenschaftler vermuten, dass es sich um eine Wehrsiedlung für ungefähr 500 Leute handelte. Die Fundstücke lassen den Schluss zu, dass die Siedlung von der Frühzeit bis ins frühe Mittelalter durchgehend besiedelt war. Bis heute ist die Talaiot-Kultur für Archäologen und Historiker rätselhaft und es ist nicht klar, ob die Türme der Magie und dem Ritual galten oder für den Krieg gebaut waren.


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