Castell de Bellver im Mallorca-Lexikon

Das Castell de Bellver, das „Kastell zur schönen Aussicht“ liegt auf einem 140 Meter hohen Hügel und thront über Palma, der Hauptstadt Mallorcas. Sowohl durch seine gruselige und faszinierende Geschichte als auch durch seine Bauweise gilt es als einzigartig. Der Eroberer Mallorcas, Jaume I., gab den Bau der Anlage in Auftrag, erlebte aber nie ihre Fertigstellung. 1309 wurde die Burg vollendet und sein Sohn Jaume II. besetzte sie. Anders als die meisten Wehrbauten auf Mallorca hat diese Burg eine runde Form. Sie liegt innerhalb eines 4 Meter breiten Wassergrabens und ist um den Innenhof herum angelegt. Auch die beiden zweistöckigen, mit Säulen ausgeschmückten Loggien, die den Innenhof umgeben, sind kreisförmig. Drei massige Türme verstärken den verschlossenen, wehrhaften Eindruck der Burg. Ein vierter Turm, der sogenannte Torre de l`Homenatge, befindet sich außerhalb des runden Baus und war früher mit der Festung durch eine kleine Brücke verbunden. Im Innern der Anlage befinden sich Arkaden, die mit perfekt proportionierten Rund- und Spitzbögen gestaltet sind. Schon früh wurde das Castell de Bellver als Folter- und Hinrichtungsstätte genutzt. Erhalten geblieben sind einige Kerker, in denen Gefangene hineingeworfen wurden und dahin vegetierten. Im Zuge der Inquisition wurden hier Juden verbrannt, hoch über der Stadt wie mahnende Fackeln. Andere Gefangene wurden einfach von den Burgmauern gestürzt. Im 19. Und 20. Jahrhundert wurde das Kastell zum Gefängnis für Aufklärer und Liberale. Heute befindet sich ein Museum in der Festung und man kann auch die Kerker mit verzweifelten Inschriften der Gefangenen besichtigen. Vom Castell de Bellver aus hat man einen guten Blick auf die Bucht, auf Palma und das Hinterland Mallorcas.


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