Juan March im Mallorca-Lexikon

Der aus armen Verhältnissen stammende Mallorquiner Juan March wurde 1880 im Dörfchen Santa Margalida als Sohn eines Schweinehirten geboren. Er entwickelte schon als kleiner Junge einen starken Geschäftssinn und kam schließlich durch Tabakschmuggel zu Reichtum, den er mit Piraten in Algier organisierte. Noch mehr Geld verdiente er dadurch, dass er schlechte Landgüter aufkaufte, sie in kleine Grundstücke aufteilte und an arme Bauern verkaufte. Das Ganze sah zwar sozial aus, war aber reine Geschäftemacherei. Im Spanischen Bürgerkrieg unterstützte er General Franco materiell, im zweiten Weltkrieg wurde er zum Mittelsmann zwischen Franco und den Allierten, durch dessen Hände Millionen flossen. Er wurde durch verschiedene Geschäfte zum vielfachen Milliardär. Wegen seiner Skrupellosigkeit kam er nie zu wirklichem Ansehen, auch wenn er versuchte, seinen Ruf durch die Gründung der Kunststiftung Fundación Juan March 1955 zu verbessern. 1962 starb er bei einem Autounfall. Mittlerweile ist seine Stiftung international angesehen und fördert Forschungsbereiche. Das Kunstmuseum in Palma, die Collecció March d`Art Espanyol, zeigt Werke spanischer Künstler, vor allem der letzten Generation: Chillida, Miró, Barceló, Tápies und insgesamt noch 52 spanische Künstler. Verwechseln sollte man die Collecció March d`Art Espanyol nicht mit dem Palau March, das auch den Stiftungen der Familie March entsprungen ist und um die sich der Sohn Marchs kümmert. Temporäre wechseln sich hier mit permanenten Ausstellungen ab, unter den Sammlungsstücken sind Werke und Skulpturen von Henry Moore, Chillida, Berrocal, Rodin, Lobo und Martín Chirino. Es gibt eine große, napolitanische Krippe aus dem 18. Jahrhundert. Auch die Bibliothek mit 17000 Büchern ist einen Besuch wert. Das Kulturzentrum im Palau March veranstaltet außer Ausstellungen auch noch klassische Konzerte.

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