Mühlen im Mallorca-Lexikon

Im 19. Jahrhundert ersetzten zunehmend Dampfmaschinen, Diesel- und Elektromotoren die gute alte Mühle, die für die Landschaft Mallorcas lange Zeit so typisch war. Seit einigen Jahren aber bemüht man sich, diese industriehistorischen Denkmäler zu erhalten und zu restaurieren. Die ersten Mühlen fanden im Zuge der christlichen Eroberungen, im 13. und 14. Jh. ihren Weg nach Mallorca. Zunächst waren es Getreidemühlen, die dem Mahlen von Salz und Getreide dienten. Sie hatten eine charakteristische Bauweise: einen runden Corpus, ein spitzes Dach und Flügel, die an Gitter erinnerten, die sogenannten „Graellat“. Im 18. Jh. wurden Mühlen gebaut, die von ihren Formen her an Segelschiffe erinnerten, wie die Mühle mit latinischen Flügeln, die „Moli de vela llatina“. Das 19. Jh. erlebte einen wahren Boom der Mühlen und es entstanden auch die ersten Mühlen, bei denen eine Pumpe das Mahlwerk ersetzte - Wassermühlen nach holländischem Vorbild. Getreidemühlen kann man auf der ganzen Insel finden, zum Beispiel in der Region Selva. Anders als die Wassermühlen, die vor allem an drei verschiedenen Orten der Insel zu finden sind: im Flachland bei den Salinen um Campos, um den Flughafen Son Sant Joan bei Palma und im nördlichen Hinterland der Badia d´Alcúdia, wo sie dazu beitragen sollten, das Feuchtgebiet von Albufera auszutrocknen. Sie unterscheiden sich in ihrer Erscheinung von den Getreidemühlen, da ihr Dach nicht spitz sondern flach ist. Außerdem sind die Fächer der Flügel oft blütenförmig angeordnet. Es gibt sie in verschiedenen Variationen und Farbkombinationen, oft allerdings in den Farben weiß-blau. Eine Ansammlung solcher Wassermühlen findet man zum Beispiel bei dem Städtchen Felanitx.


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