Sa Granja im Mallorca-Lexikon

Im Südwesten Mallorca, westlich von Esporles an der Abzweigung der Straße nach Puigpunyent liegt das Landgut Sa Granja. Es bietet einen hervorragenden Überblick über das bäuerliche Leben Mallorcas in den vergangenen Jahrhunderten. Der Gutshof wurde einst von den Arabern erbaut und war ein Sommerpalast von maurischen Wesiren. Nach der Eroberung Mallorcas durch die Spanier wurde er zunächst von Zisterziensermönchen übernommen. Im 18. Jahrhundert baute eine Adelsfamilie das Landgut aus. Cristóbal Sequí Colom, der heutige Besitzer des Landguts, hat in vielen Zimmern des Haupthauses Sammlungen unterschiedlicher Gegenstände angelegt und das Gut in ein lebendiges Museum verwandelt. Die prunkvolle Beletage zeigt aus verschiedenen Epochen typische Möbel und repräsentative Interieurs des Landadels. Man kann verschiedenes Kunsthandwerk, die Sammlung von Automobilen und Folterwerkzeuge aus den Zeiten der Inquisition besichtigen. Sehenswert sind aber vor allem die Werkstätten in Sa Granja wie die Tischlerei, die Töpferei, die Gerberei, die Ställe mit alten Werkzeugen, die Räume mit Webstühlen. Es gibt außerdem Mühlen und eine Ölpresse. Arbeiter vermitteln das damalige typische Leben: es wird gemahlen, gebuttert, gekeltert, geschustert und gewebt. In der Küche wirde gekocht, in der Käserei wird Käse hergestellt. Außerdem gibt es spezielle Termine, an denen Spiele und Tänze in traditionellen Kostümen dargeboten werden. Auf dem Gelände werden außerdem verschiedene Tiere wie Esel, Schweine und Bergziegen gehalten. Da Sa Granja in einer schönen Gegend, einem Tal mit Wasserläufen, Wasserfällen und dichten Laubwäldern liegt, bietet sich auch ein Spaziergang an. Durch die vielen Bäume ist es selbst im Sommer erfrischend kühl hier.


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